Die Kurstafel lesen: warum für den Euro vier Zahlen stehen
Kurse geprüft: 2026-09-16
Bester Kurs EUR · Bangkok: 38,25 — Superrich Thailand — Headquarter Rajdamri 1 → Details
Auf der Tafel einer thailändischen Wechselstube stehen mehr Informationen, als die meisten Reisenden lesen. Der Teil, den man überspringt, ist genau der Teil, der Geld kostet.
Zwei Spalten, nicht eine
Jede Tafel hat Buying und Selling. Auf Deutsch: Ankauf und Verkauf — und zwar immer aus Sicht der Wechselstube, nicht aus Ihrer.
- Buying ist das, was der Laden Ihnen für ausländisches Bargeld zahlt. Sie kommen mit Euro nach Thailand? Das ist Ihre Spalte.
- Selling ist das, was Sie zahlen, wenn Sie mit Baht eine Fremdwährung kaufen. Sie fliegen mit übrigen Baht nach Hause? Dann gilt diese Spalte.
Der Abstand zwischen beiden Zahlen ist die Marge des Ladens. Beim US-Dollar in einer umkämpften Bangkoker Lage kann er sehr schmal sein; bei einer Nebenwährung in einer ruhigen Kleinstadt sind fünf Prozent und mehr normal. Der Euro liegt in Thailand dazwischen — er ist keine Nebenwährung, aber auch nicht die Leitwährung, die der Dollar hier ist.
Vier Preise für eine Währung
Das ist der Punkt, der Reisende überrascht. Die Euro-Zeile zeigt oft nicht eine Zahl, sondern mehrere — gestaffelt nach Stückelung:
| Stückelung | Ankaufskurs |
|---|---|
| 500, 200, 100 | am höchsten |
| 50 | etwas niedriger |
| 20, 10 | niedriger |
| 5 | am niedrigsten |
Der Grund ist logistisch: Die Wechselstube muss das eingenommene Bargeld physisch zu einer Bank zurückbringen. Zählen, prüfen, bündeln, transportieren und versichern kostet pro Schein ungefähr gleich viel — bei kleinen Noten also pro Euro deutlich mehr. Diese Kosten geben die Läden weiter.
Der Abstand zwischen einem 100er und einem 5er liegt routinemäßig bei ein bis drei Prozent. Dieselbe Logik gilt für alle Währungen: 10.000-Yen-Scheine werden getrennt von 1.000ern notiert, 100-Dollar-Noten getrennt von 1ern.
Die praktische Regel: Nehmen Sie die größten Scheine mit, die Sie bekommen.
Eine Einschränkung für den Euro: Den 500-Euro-Schein gibt das Eurosystem seit 2019 nicht mehr aus. Er bleibt gesetzliches Zahlungsmittel und wird in Thailand vielerorts noch angenommen, aber nicht überall und nicht selbstverständlich. Der praktisch größte Schein, den Sie bei einer deutschen, österreichischen oder Schweizer Bank problemlos bekommen, ist der 200er — und der reicht völlig.
Was L, M und S bedeuten
Auf manchen Tafeln steht statt der Stückelungen EUR(L), EUR(M), EUR(S) oder USD(L) und so weiter. L, M und S stehen für large, medium und small — dieselbe Staffelung, nur kürzer beschriftet. Wenn Sie unsicher sind, welche Stufe für Ihre Scheine gilt, fragen Sie; jede seriöse Stelle beantwortet das ohne Zögern.
Der Zustand der Scheine zählt
Noten, die eingerissen, geklebt, stark zerknittert, beschriftet oder verfärbt sind, werden abgelehnt oder mit Abschlag angenommen. Das ist kein Schikane-Verhalten, sondern eine Weitergabe des Risikos: Der Laden weiß nicht, ob seine Bank den Schein akzeptiert.
Für US-Dollar gilt in ganz Südostasien zusätzlich eine besondere Regel: Noten mit älteren Serien — grob gesagt vor 2006 gedruckt — werden mit Misstrauen behandelt und oft rundheraus abgelehnt. Wer Dollar als Zweitwährung mitnimmt, sollte auf neue Serien achten.
Bringen Sie Ihre Scheine glatt mit, nicht zusammengefaltet in der Hosentasche. Ein Umschlag im Handgepäck genügt.
Die Kurse ändern sich im Tagesverlauf
Tafeln werden mehrmals täglich aktualisiert, wenn sich der Interbankenmarkt bewegt. Ein Kurs, den Sie um 10 Uhr gesehen haben, kann um 17 Uhr anders sein. Filialen in stark umkämpften Lagen aktualisieren häufiger als Schalter in ruhigen Gegenden — dort hängt der Kurs vom Vormittag manchmal noch am Abend.
An Wochenenden und thailändischen Feiertagen aktualisieren viele Läden seltener, weil die Banken geschlossen sind. Das kann zu Ihren Gunsten oder zu Ihren Lasten ausfallen; verlassen sollten Sie sich darauf nicht.
Mindestbeträge und Stufen
Manche Filialen haben einen Mindestbetrag oder geben den besten Kurs erst ab einer bestimmten Summe. Das steht nicht immer auf der Tafel. Wenn Sie einen größeren Betrag wechseln, fragen Sie ausdrücklich, ob es dafür einen besseren Kurs gibt — bei Beträgen ab etwa 100.000 Baht Gegenwert ist das an vielen Stellen üblich.
Kommission
In Thailand arbeiten die meisten Wechselstuben ohne separate Kommission; die Marge steckt im Kurs. Ein Schalter, der groß mit “no commission” wirbt, sagt Ihnen damit nichts Besonderes — prüfen Sie stattdessen die Zahl auf der Tafel. Sollte doch eine Gebühr erhoben werden, muss sie vorher genannt werden; lassen Sie sich in dem Fall den Endbetrag in Baht zeigen, bevor Sie zustimmen.
Die eine Regel, die immer gilt
Was auch immer Sie online lesen — hier eingeschlossen: Verbindlich ist die Tafel in der Filiale im Moment der Transaktion. Prüfen Sie sie, bevor Sie Ihr Geld übergeben, lassen Sie sich die Summe in Baht anzeigen, und zählen Sie nach, bevor Sie den Schalter verlassen.
THX liest die veröffentlichten Kurse der erfassten Wechselstuben alle paar Minuten direkt von deren eigenen Seiten — die Rangfolge zeigt also, was gerade notiert wird, und nicht, was jemand vor zwei Jahren in einen Blog geschrieben hat. Die Übersicht der Städte beginnt unter /de/bangkok/, alle erfassten Filialen stehen unter /de/shops/.